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Machtkämpfe und wachsender Fundamentalismus - „Nesawissimaja Gaseta“ Die Muslime sind die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Russland, dennoch gibt es keine genauen Angaben über deren genaue Anzahl, schreibt am Freitag die „Nesawissimaja Gaseta".
Laut Umfragen bezeichnen sich fünf bis sechs Prozent der Befragten (rund sieben Millionen Menschen) als Muslime. Nach Angaben von Experten können acht bis zehn Prozent der Bevölkerung (12 bis 15 Millionen Menschen) nach muslimischen Traditionen leben. Nach Angaben des Justizministeriums sind in Russland 4127 muslimische Organisationen registriert (Stand vom 1. Januar 2010). In mehreren Föderationssubjekten ist der Islam die vorherrschende Religion. In Dagestan gibt es 701 muslimische Organisationen, in Inguschetien 17, in Tschetschenien 155, in Kabardino-Balkarien 124 und in Karatschai-Tscherkessien 111. Alle diese Republiken liegen im Nordkaukasus. In Tatarstan und Baschkirien bekennt sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung zum Islam (dort sind je 1087 bzw. 559 Organisationen registriert). Am weitesten ist der Islam in Russland unter den Tataren, Baschkiren, Kumyken und Nogaier, den Aserbaidschanern, Kasachen, Usbeken, Turkmenen und Kirgisen verbreitet. Auch die Völker, die zur dagestanischen und abchasisch-adygischer Sprachfamilie gehören, sind weitestgehend islamisch. Am meisten ist in Russland der sunnitische Islam vorzufinden. Ein beträchtlicher Teil der in Russland lebenden Aserbaidschaner sind Schiiten der imamitischen Glaubensrichtung, doch formell gehören sie meistens sunnitischen Strukturen an. In Dagestan, Tschetschenien und Inguschetien ist der Sufismus in verschiedenen Formen verbreitet. Seit 1994 breitet sich eine radikale Richtung des Islams, die Salafiyya, auch Wahhabismus genannt, in Russland aus. Gegenwärtig bekennt sich ein Teil der Bevölkerung Dagestans und Tschetscheniens zur Salafiyya. Es gibt auch salafitische Gemeinden in anderen Regionen. Um die führende Rolle in der muslimischen Gemeinschaft (der Umma) in Russland streiten sich die Geistliche Zentralverwaltung der russischen Muslime in Ufa, Hauptstadt Baschkiriens, und der Rat der Muftis von Russland in Moskau. Die Geistliche Zentralverwaltung der russischen Muslime wurde 1789 durch eine Verordnung der Zarin Katarina der Großen als Mohammeddanische Geistliche Versammlung von Orenburg gegründet. Nach 1917 wurde sie in die Geistliche Zentralverwaltung der russischen Muslime transformiert. 1944 wurde sie in vier Verwaltungen aufgeteilt und in die Geistliche Verwaltung der Muslime des europäischen Teils der Sowjetunion und Sibiriens umbenannt. 1992 wurde sie auf Beschluss des sechsten Kongresses der Muslime von Russland und der europäischen GUS-Mitgliedsländer in Geistliche Zentralverwaltung der Muslime von Russland und der europäischen GUS-Länder umbenannt. Eine andere zentralisierte Organisation, die den Islam in Russland maßgeblich beeinflusst, ist der Rat der Muftis. Das Koordinationszentrum der nordkaukasischen Muslime ist zuständig für die muslimischen geistlichen Verwaltungen der nordkaukasischen Region. Quelle:http://de.rian.ru/ |