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Übers Web das Bild des Islam verändern |
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Geschrieben von Rainer
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Donnerstag, 29. Juli 2010 |
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Ein Ehepaar will mit einer öffentlichen Erklärung das negative Bild des Islam korrigieren – übers Internet. Verschleierte Frauen und bärtige Terroristen: Das ist für viele Menschen typisch für den Islam. Dieses Bild wollen die Winterthurer Iris Asiya Pasternack und Cihan Gökgöz ändern. Deshalb haben sie unter dem Titel «Ja zur Differenzierung» eine Erklärung im Web veröffentlicht, die zu einer ausgewogenen Betrachtung des Islam aufruft. Jeder, der die Idee unterstützt, kann online unterschreiben. «Wir möchten die Menschen zum Nachdenken bewegen», erklärt Gökgöz die Absicht.
Dass hinter der Erklärung keine Organisation steht, hat mit der Spontaneität der Idee zu tun, aber auch mit der Position der beiden: «Wir möchten nicht in eine bestimmte Ecke gestellt werden», führt Pasternack an. Die gebürtige Deutsche ist vor einigen Jahren selber zum Islam übergetreten. Ihr Beweggrund für die Web-Erklärung: «Gerade Konvertiten haben die Chance, zwischen Muslimen und Nichtmuslimen als Brücke zu fungieren, um Missverständnissen vorzubeugen und die Weltanschauung des Islam offenzulegen.» Und die sei eben friedfertig und liege nicht darin, den Terrorismus zu unterstützen.
Die beiden sind sich bewusst, dass die Wirkung einer Erklärung im Web begrenzt ist. Gökgöz gibt sich realistisch: «Wir möchten ein Zeichen setzen, stehen aber erst am Anfang.» So wollen sie denn in erster Linie Menschen jeder Religion ansprechen, die sich ohnehin schon für den Islam interessieren. Es sei ein Anliegen vieler Muslime, über eine Stimme in der Öffentlichkeit zu verfügen und das Ansehen des Islam verbessern zu können. «Das negative Bild beeinträchtigt Muslime hierzulande in ihrem Alltagsleben», ist Pasternack überzeugt. Effekt noch ungewiss
Was die Differenzierungserklärung bewirkt, muss sich erst noch zeigen. Der Kommunikationsspezialist Christian Toberer ist aber skeptisch: «Es fehlt ein Projekt mit einem konkreten Ziel.» Dadurch würde es eher gelingen, die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Toberer bringt gleich einen Vorschlag ins Spiel: «Die Urheber könnten beispielsweise einige Tausend Unterschriften sammeln und dem Bundesrat überreichen.»
Weitermachen wollen Pasternack und Gökgöz sowieso. Geplant ist etwa, Antworten auf gängige Fragen zum Islam zu liefern und eine Informationsplattform aufzubauen. Quelle: http://www.landbote.ch |